Clyde und Pinocchio

 

Clyde und Pinocchio sind ein Paar

Clyde und Pinocchio haben sich gefunden

Clyde und Pinocchio besetzen einen Nistkasten

und suchen eine Behausung.
Das Paar ist sich einig:
diese Behausung ist gut!

   

Clyde und Pinocchio bei der Paarung

Also wurde zur Tat geschritten

Am Sonntag, den 4.11.2001 hat Clyde ihr erstes Ei gelegt, es folgten 4 weitere bis zum Ende der Woche.

Gerade 2 Tage zuvor hatte ich zwei Kästen einfach auf ein Brett an der Wand hingestellt, da mir klar war, daß sie demnächst Eier legen wollte, es war an ihrer Figur deutlich erkennbar.

Die Kästen wurden von ihr sofort begutachtet und benagt. Clyde und Pinocchio waren sich zunächst überhaupt nicht einig, welcher Kasten denn nun das Heim für die Kinder werden sollte.

Schließlich und endlich hat SIE die Entscheidung getroffen, indem sie ihr erstes Ei legte.

   

Pinocchio hat seine Clyde die ganze Zeit sehr gut mit Futter versorgt, er durfte auch in den Kasten hineinkommen. Er war und ist überhaupt ein perfekter Papa, auch bei seiner zweiten Brut ein Jahr später.

Wenn ein Junges schlüpfte, war er sofort zur Stelle und hat den kleinen Wurm begutachtet. Die älteren Küken hat er gut gefüttert. Er nahm gezielt z.B. Salat, Möhren, Apfel, Wasser auf, um damit sofort zum Kasten zu fliegen und diese Nahrung der Henne, bzw. den älteren Küken zu übergeben.

Die frisch ausgeflogenen Küken hat er begleitet, ihnen gezeigt, wo Futter zu finden ist, sie noch ein paar Tage gefüttert.

Aus dieser Brut gingen vier Küken hervor. Je älter sie wurden, desto öfter und länger verließ Clyde den Kasten. Schließlich blieb sie über Nacht draußen.

Dann aber wurde schon ein neues Gelege begonnen, noch bevor das letzte Küken ausgeschlüpft war, und sie mußte natürlich wieder im Kasten bleiben, um das Ei zu schützen.

Gleich nachdem das letzte Küken augeflogen war, habe ich den Kasten allerdings weggenommen, da ich keine weitere Brut wollte. Das Paar saß noch 2 - 3 Tage traurig in der Ecke, wo doch eigentlich ihr Kasten sein sollte, schließlich haben sie sich damit abgefunden und ihre enge Paarbindung ein wenig gelockert.

 

Wenn sich ein Paar zusammengefunden hat, verbringen die Partner viel Zeit gemeinsam. Man fliegt hintereinander her, krault und füttert sich, paart sich. Man schaut nach einer geeigneten Wohnung.

Werden mehrere Nistkästen angeboten, wählt das Paar sorgfältig die am besten geeignete Behausung aus. Die Henne benagt den Kasten, schlüpft hinein und verbringt immer mehr Zeit im Kasten. Schließlich wird das erste Ei gelegt. Im Abstand von jeweils 2 Tagen folgen weitere Eier, bis das Gelege mit 4 - 6 Einern, evtl. auch mehr, vollständig ist. Clyde hat nach Ablage des zweiten Eis angefangen zu büten, andere brüten auch schon ab dem ersten Ei.

Nach 18 Tagen schlüpft das erse Küken, die anderen folgen im Abstand von zwei Tagen.

Während der Brut verläßt die Henne den Kasten nur selten für ein paar Minuten, um Kot abzusetzen, ein wenig selbst zu fressen, sich mit dem Hahn zu paaren. Gefüttert wird sie am Kasteneingang von ihrem Hahn. Einige Hennen lassen den Hahn mit in den Kasten hinein, andere wiederum verjagen ihn.

Die Nistkästen standen auf einem Brett inmitten des Vogelzimmers, also frei zugänglich für die anderen Wellensittiche (Koloniebrut).

Obgleich der Wellensittich ein Schwarmvogel ist, können bei der Koloniebrut massive Probleme auftreten, die möglicherweise aus dem in einem Vogelzimmer begrenzten Platz- und Partnerangebot resultieren.

Andere Hennen (und auch Hähne) werden von der rechtmäßigen Bewohnerin eines Kastens vertrieben, sobald sie am Flugloch erscheinen. Meistens akzeptiert der Eindringling die Besitzverhältnisse, jedoch gibt es auch aggressive Hennen, die immer wieder stören, in einen fremden Kasten eindringen, Gelege zerstören, Küken und Nebenbuhlerin attackieren, schwer verletzen oder gar töten.

Man muß also das Verhalten der Wellensittiche sehr gut beobachten, um ggf. rechtzeitig eingreifen, und ein aggressives Tier von den anderen trennen zu können.

So mußte ich bei der Brut im Herbst 2001 die Henne Susie einige Tage einsperren, weil sie sich mit Clyde schwer gebissen hatte. Nach ein paar Tagen ließ ich sie weider hinaus und sie hat sich danach normal benommen. Bei der Brut im Herbst 2002 war sie noch wesentlich aggressiver, hat mehrere andere Hennen verletzt, Einsperren für einige Tage half nicht, so daß sie ca. 8 Wochen in einem Käfig (innerhalb des Vogelzimmers) verbringen mußte.

Zwischen allen anderen gab es keine ernsthaften Auseinandersetzungen. Im Herbst 2002 wurde in vier Kästen gebrütet, wobei ein Kasten von zwei Hennen besetzt war, die sich offensichtlich hervorragend verstanden.

 

Besonderheiten bei der Brut von Bonnie und Willi

Bonnie und Willi
 

Bonnies erstes und einziges Küken aus dem Gelege schlüpfte am 02.10.2002. Es schrie abends, als alle Vögel schon schliefen sehr laut. Auch in der zweiten Nacht schrie es wieder erbärmlich. Am nächsten morgen, etwa zwei Stunden nach dem Aufwachen der Vögel, stellte ich fest, daß das Kleine einen völlig leeren Kropf hatte!

Ich vermutete, daß es nicht ausreichend gefüttert wurde und habe es daraufhin der anderen Henne, Clyde, deren letztet Küken nur vier Tage älter war, in den Kasten gesetzt. Sie hat es sofort akzeptiert, keine halbe Stunde später hatte es Futter im Kropf, und hat nie mehr laut geschrien.

Bonnie hat wenige Tage später wieder angefangen zu legen. Zwei Eier habe ich ihr gelassen, die anderen ausgetauscht. So viele Küken wollte ich nicht haben.

Sie hat zwei Küken bekommen und diese zunächst auch wohl ausreichend versorgt, obwohl eines von ihnen immer ungewöhnlich laut nach Futter bettelte. Als die Kleinenca. 2 1/2 Wochen alt waren, kam es immer häufige im Kasten zu lautstarkem Gezeter, das ich mir nicht erklären konnte. Bis ich eines Tages eins der Küken auf der Erde fand. Natürlich dachte ich an einen Unfall und habe es zurück in den Kasten gesetzt.

Dann konnte ich beobachten, was wirklich geschah: Bonnie hat das Kleine am Bein gezogen, unter den Bauch gestoßen, zum Flugloch geschubst und hinausgeworfen! Es gelang mir, davon ein Video aufzunehmen.

Nun hieß es, den Kleinen von Hand zu füttern und ihm einen warmen Unterschlupf zu schaffen. Am ersten Abend war dies meine Jackentasche :-)

 

Am folgenden Tag habe ich den Kleinen der Bonnie gezeigt und sie hat ihn sofort gefüttert!
Also bekam der Kleine im Vogelzimmer einen Unterschlupf aus einem Schal, dicht an der Heizung, wurde von mir gefüttert und auch von seiner Mutter. Sie hat sogar den fremden und bedrohlich wirkenden Unterschlupf angeflogen, um ihn zu füttern. Und Willi, der Papa? Kein Fütterungsversuch, im Gegenteil, er versuchte Bonnie am Füttern zu hindern!

Auch dazu gibt es ein kleines Video.

 

Nach 2-3 Tagen hat Bonnie mir deutlich zu verstehen gegeben, daß es besser wäre, den Kleinen wieder in ihren Kasten zu setzen, schließlich habe sie ja noch das andere Küken zu versorgen. Wie das? Mehrmals vom Rand der Kükenbehausung zum Nistkasten und zurück geflogen und mich angeschaut!

Und es hat geklappt - bis zum Verlassen des Nestes wurden beide einwandfrei versorgt.

 

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, was zu diesen Problemen geführt haben mag, habe das Verhalten der beiden Paare verglichen und bin zu dem Schluß gekommen, daß es an der Unerfahrenheit beider Eltern gelegen haben muß. Willi hat seine Henne nicht gut gefüttert, er hat auch kein Interesse an den Küken gezeigt, er durfte oder wollte nie in den Nistkasten hinein. Auch als die Küken schon älter waren, ist er eher widerwillig seiner Fütterungspflicht nachgekommen.

SilverStar in seinem Unterschlupf

SilverStar in seinem "Behelfsheim",
einem Katzenklo

SilverStar in seinem Katzenklo mit Mutter Bonnie

Hier mit Mutter Bonnie

SilverStar und OliveStar

SilverStar mit Geschwisterchen OliveStar

 

SilverStar, das kleine Sorgenkind, und OliveStar verließen, wie es üblich ist, mit knapp 5 Wochen den Kasten. Sie wurden von mir anfangs mehrmals am Tage an, oder besser in, die Futternäpfe gesetzt und lernten allmählich das selbständige Fressen. Um die Küken des anderen Paares mußte ich mich in der Hinsicht nie kümmern, der Hahn hat ihnen alles gezeigt und beigebracht.

Fazit: Wer Küken haben will, muß auch mit Problemen rechnen!

Mehr Bilder gibt es im Fotoalbum

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