Futter für unsere Wellensittiche

Körnermischung

 

Als Hauptnahrungsquelle unserer Wellensittiche in Menschenhand dient eine gute Fertigmischung, die eine Vielzahl von Saaten enthalten sollte.

Futterkauf ist Vertrauenssache! Kein Vertrauen habe ich persönlich zu fertig abgepacktem Futter. Es enthält nur wenige unterschiedliche Saaten, man weiß nicht, wie es beim Handel zwischengelagert wurde, man kann nicht hineinschauen und prüfen, ob es einwandfrei ist
Früher, als ich noch solches Futter verwendet habe, hatte ich oftmals Futtermilben- oder Mehlmottenbefall festgestellt. Solches Futter darf man auf keinen Fall verfüttern!

Eine gute Futtermischung mit vielen unterschiedlichen Saaten

Eine gute Futtermischung mit vielen unterschiedlichen Saaten

Gutes Futter bekommt man bei vielen Futterhändlern und sehr gut auch im Versandhandel über das Internet.

Handelsübliche Fertigmischungen bestehen im wesentlichen aus Kanariensaat (auch als Glanz oder Spitzsaat bekannt), und verschiedene Sorten Hirse in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen, geringen Anteilen Haferkernen und evtl. Hanfsaat.

Wer seinen Wellensittichen etwas Gutes tun will, ergänzt das Futter mit weiteren Saaten, z.B. Salatsamen, Blaumohn, Grassamen, Wildkräutersamen. Solche Futtermischungen werden von einigen Fachhändlern ebenfalls fertig angeboten, insbesondere können sie über das Internet im Versandhandel bezogen werden.

Kanariensaat ist sehr fettreich, daher sollte man bei weniger aktiven Tieren darauf achten, daß die Futtermischung einen geringeren Anteil aufweist.

Kolbenhirse

ist ein heißbegehrter Leckerbissen und eignet sich daher hervorragend, um die Vögel z.B. an die Hand zu gewöhnen. Auch kranke und schwache Tiere werden durch Kolbenhirse oftmals zur Futteraufnahme animiert.

 

Quell- und Keimfutter

 

Quell- und Keimfutter ist eine vitaminreiche, leicht verdauliche und energieärmere Ergänzung zum normalen Körnerfutter. Zur Herstellung kann man das normale Körnerfutter oder spezielles Keimfutter (Versandhandel), oder Körner aus dem Reformhaus verwenden, Gut geeignet sind z.B. Dinkel oder Weizen.

Die Zubereitung von Quell- und Keimfutter ist nicht schwierig. Die Körner werden mit lauwarmem Wasser gründlich abgespült und 8 - 10 Stunden lang mit wenig Wasser bedeckt eingeweicht. Anschließend werden sie gründlich abgespült und können nach einigen Stunden als Quellfutter verfüttert werden. Vor dem Verfüttern natürlich wieder gut durchspülen und auf einem Küchenkrepp ausbreiten und abtupfen.

Keimfutter-Mischung für Sittiche

Keimfutter-Mischung für Sittiche

Läßt man die Körner länger als einen Tag stehen, beginnen sie zu keimen, so daß man Keimfutter erhält. Je nach Art ist die Keimzeit unterschiedlich. Werden die Keimlinge zu groß, bilden sich insbesondere in den Wurzeln Bitterstoffe, die das Futter für die Vögel ungenießbar machen.

Ganz wichtig ist es, das Keimfutter mehrmals täglich gut durchzuspülen, damit sich kein Schimmel bilden kann. Stellt man auch nur an einer Stelle des Futters Schimmelbildung fest oder riecht es muffig oder säuerlich, darf man es auf keinen Fall füttern.
Auch darf das Keimfutter nur wenige Stunden im Futternapf bleiben, nicht gefressene Reste müssen alsbald entfernt werden.

gekeimtes Futter

gekeimtes Futter

Man kann das Quell- und Keimfutter mit Hilfe eines in eine Schüssel gehängten Siebes herstellen oder einen handelsüblichen Keimautomat mit mehreren Etagen verwenden.

Eine ausführliche bebilderte Anleitung zur Keimfutterbereitung finden Sie hier.

   

Obst und Grünfutter

 

Grundsätzlich kann man alle Sorten Obst anbieten. Meine Wellensittiche fressen allerdings kein weiches, saftiges Obst.

Sie mögen gern Äpfel, die ich in Spalten geschnitten mit einer Hirseklammer befestige. Weiterhin sind Möhren, der Länge nach aufgeschnitten und ebenfalls mit Hirseklammern befestigt, sehr begehrt.

Frische Maiskolben werden gern genommen, ebenso (geschälte) Gurke.
Ich gebe beides allerdings höchstens alle 2 - 3 Tage, da sie davon leicht Durchfall bekommen.

Von Salat in jeder Form sind meine Wellis begeistert, er wird nicht nur gefressen, sondern man wälzt sich auch sehr gern im feuchten Salatblatt. Allerdings ist Salat, besonders die Treibhausware im Winter, mit Nitrat belastet und sollte daher nicht so häufig gegeben werden.

 

Bonnie beim Möhre fressen
Bonnie beim Möhre fressen


Der Mais schmeckt, wie man sieht

Pflanzen nehmen auch bei geringer Düngung Nitrat aus dem Boden auf und speichern es. Die Höhe des Nitratgehaltes hängt wesentlich von den Lichtverhältnissen ab, da Nitrat im Dunkeln gespeichert, und unter Lichteinwirkung abgebaut wird. Deshalb ist der im Sommer gezogene Freilandsalat weniger belastet als der Treibhaussalat im Winter. Besonders die äußeren Blätter und die dicken Rippen enthalten viel Nitrat und sollten entfernt werden.

 

Vogelfutter aus der Natur

 

Hagebutte und Eberesche

Hagebutte Eberesche

Feuerdorn ist bei meinen Wellensittinchen sehr beliebt

Feuerdorn Feuerdorn

 

Weißdorn (links) und Schlehe (rechts) sind ziemlich hart und eher etwas für größere Vogelarten

Weissdorn Schlehe

Natürlich darf man Früchte, Grünpflanzen und Zweige nicht in der Nähe von Autostraßen und Parkplätzen entnehmen, weil sie dort durch die Abgase schadstoffbelastet sind. Auch sollte man darauf achten, daß sie nicht durch Kot freilebender Vögel verunreinigt sind.

Gräser, sowohl die Blätter als auch die halbreifen Rispen, sind besonders lecker, da gibts kein Halten. Auch Vogelmiere, Löwenzahn, und viele andere Wildpflanzen werden gern genommen. Ebenso frische Äste von Obstbäumen, Weide, Hasel, Buche, Birke, usw.

Man knipst die Blätter ab und schaut hinterher, wie sie herunterfallen (was für ein Spaß!). Anschließend wird die Rinde von den Zweigen geknabbert.

 

Wer sich näher mit diesem Thema befassen möchte, dem sei das Buch Vogelfutter aus der Natur von Horst Bielfeld empfohlen